Jedes Kind kann sich noch an seinen ersten Tag im Kinderdorf erinnern

Angekommen – Angenommen

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Die ersten Tage im Kinderdorf

Wie ist das eigentlich, wenn ein Kind ins Kinderdorf kommt? Wie laufen die ersten Stunden ab? Eine Mitarbeiterin erzählt: 

Das Telefon klingelt. Es ist unsere Erziehungsleiterin. Ein Jugendamt hat eine Aufnahmeanfrage gestellt für ein Kind, das gerade in Obhut genommen wird. Wir stimmen der Aufnahme zu. Dann geht alles sehr schnell. In der Regel ist das Kind ein bis zwei Stunden später bei uns. Wenn die anderen Kinder zu Hause sind, sind sie die ersten, die von der Neuaufnahme hören. Danach beginnen wir mit der Vorbereitung. Das Zimmer wird hergerichtet. Das Bett wird bezogen und ein Kuscheltier (wir haben für diesen Fall immer eins im Haus) wird darauf gesetzt. Wir schauen in unserem Vorrat nach eventuell passender Kleidung. Die Kinder basteln ein Willkommensschild, welches sie an die Zimmertür hängen. Es ist schön zu sehen, mit welchem Engagement die Kinderdorfkinder dabei sind, es dem neuen Kind so schön wie möglich zu machen. Denn sie wissen, wenn ein Kind so plötzlich zu uns ins Kinderdorf kommt, hat es nicht viel, was es mitbringt.

Herzliches Willkommen im Kinderdorf: Damit es nicht ganz so weh tut 

Von diesem Mitgefühl, der Herzlichkeit und Natürlichkeit der Kinder profitiert auch unser Team, denn die Kinder sorgen in einer besonderen Art dafür, dass sich das neue Kind wohlfühlen kann. Ich habe mir nie die Frage gestellt, ob wir ein Kind, das in Obhut genommen wurde, aufnehmen oder nicht. Mir wurde mit der zunehmenden Anzahl an Inobhutnahmen deutlich, dass ich gerne ein Kind nehme, über das ich so wenig weiß und mir gar nicht erst ein Bild machen kann. Ich denke nicht darüber nach, ob das Kind wegen seiner Besonderheiten wohl in unsere Gruppe und ins Kinderdorf passt.

Wenn ein Kind Hilfe braucht, möchten wir im Kinderdorf da sein 

Ohne viel über die Umstände zu wissen, ist es einfach ein Kind, das genau jetzt Hilfe braucht. Ein Kind, das das Recht hat, versorgt und umsorgt zu werden. Ein Kind, das das Recht auf Schutz und Geborgenheit hat. Und genau das ist es, worin ich meine Aufgabe und Berufung im Bethanien Kinderdorf sehe.

Sabine Hundelt, Wohngruppe Birkenhaus, Bethanien Kinderdorf Schwalmtal

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