Kinderdorfmutter

Von der Tierärztin zur Kinderdorfmutter

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Entscheidung Kinderdorfmutter

Oft kommt es anders als geplant

Katharina Kalla ist Tierärztin und Anfang 30, als sie merkt, dass ihr Leben zwar gut ist, aber der letzte Funke zum Glück fehlt. Auch nach einem langen Studium und mit der Chance zur Karriere möchte sich das vollkommene Glücksgefühl einfach nicht einstellen. Bis sie eine Lebensentscheidung trifft. Katharina Kalla erzählt von ihrem Weg von der Tierärztin zur Kinderdorfmutter.

Ich war Anfang dreißig, als mir bewusst wurde, dass mein aktueller Lebensweg – trotz Studium, Promotion und erfolgreicher Tätigkeit als Tierärztin – für mich nicht sehr erfüllend war. Die Zeit war reif für einen Neuanfang als Kinderdorfmutter. Schon als Kind ist es mein Wunsch gewesen, Tierärztin zu werden. Doch während des Studiums spukte da auch immer öfter ein anderer Gedanke in meinem Kopf herum: Kinderdorfmutter zu sein.
Lange ging ich meinem ursprünglichen Traum der Tiermedizin nach, aber als dann ein Umbruch in meinem Leben nötig wurde – meine Vermieterin kündigte mir die Wohnung, die befristeten Arbeitsverträge in der medizinischen Forschung wurden immer kürzer – spürte ich deutlich, dass sich nun etwas ändern sollte und ich begann noch einmal darüber nachzudenken, wie ich mir mein Leben vorstellte.

Der erste Kontakt zum Bethanien Kinderdorf

Ich recherchierte im Internet und entdeckte das Bethanien Kinderdorf in Schwalmtal. Die ländliche Umgebung des Dorfes, die familiäre Bindung und die christliche Erziehung sprachen mich an und nach einem Praktikum beschloss ich, meinen Beruf als Tierärztin aufzugeben und Kinderdorfmutter zu werden.
Künftig wollte ich meinen Lebensmittelpunkt ins Kinderdorf verlegen und rund um die Uhr mit Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr bei ihren leiblichen Eltern leben können, zusammenwohnen und sie großziehen.

Ausbildung Kinderdorfmutter

Die Ausbildung zur Kinderdorfmutter

Wer Kinderdorfmutter werden möchte, braucht eine pädagogische Ausbildung und so saß ich mit Anfang dreißig auf einmal wieder mit Jugendlichen in einem Klassenzimmer, um eine duale Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Den praktischen Teil bewältigte ich im Kinderdorf und lernte in den drei Ausbildungsjahren unterschiedliche Wohnformen und Kinderdorffamilien kennen. Ich verbrachte eine Zeit in der Jugendwohngruppe, unterstützte Schwester Jordana in ihrer Kinderdorffamilie, half im Gartenhaus und im Haus Kranenbruch und lernte unterschiedliche Erziehungsstile kennen. Aus jeder Familie nahm ich etwas mit. Dinge, die ich gut fand und auch Dinge, die ich anders machen wollte.

Mein Leben als Kinderdorfmutter

Inzwischen gibt es meine Kinderdorffamilie schon seit fast zwei Jahren. Mit meinem Kater Felix, den fünf Meerschweinchen und den inzwischen sechs Kindern lebe ich im Lindenhaus des Kinderdorfs und fühle mich sehr wohl. Ich habe an keiner Stelle bereut, meinem Leben nochmal eine neue Wendung gegeben zu haben. Regelmäßig kommen meine Mutter und meine Oma zu Besuch, die die Kinder auch als Oma und Uroma akzeptieren. Auch mein Bruder steht als Onkel hoch im Kurs. Außerdem stehen wir mit den leiblichen Eltern der Kinder in gutem Kontakt. Unsere ersten Urlaube haben wir schon hinter uns, im nächsten Jahr folgen die ersten Einschulungen, irgendwann dann der erste Liebeskummer und sicher auch die ersten großen Pubertäts-Streitereien. Ganz so, wie es eben mit Kindern ist, wenn sie groß werden. Und ich bin mir sicher, eine Kontinuität in dieser Art und Weise ist eine Lebensentscheidung, die ich gerne getroffen habe und die mir jeden Tag mehr gibt, als mein Beruf als Tierärztin

Dr. Katharina Kalla, Kinderdorfmutter

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