Als Kinderdorffamilie haben die drei gute und schwere Zeiten überwunden

eine Kinderdorfmutter und ihre Kinder

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Eine Kinderdorfmtter und ihre Kinder: Weil Kinderdorf Bindung ist

Lisa und Joachim kamen mit zwei weiteren Geschwistern vor 40 Jahren ins Kinderdorf und halten bis heute Kontakt zu ihrer Kinderdorfmutter Sr. Quirina. Als ihre Mutter stirbt, wird das Kinderdorf zur Heimat der vier Geschwister.

Die bedingungslose Liebe und der Familienzusammenhalt, das ist es, was Lisa und Joachim Hankus an ihrer Kinderdorfmutter schätzen gelernt haben. Auch, wenn sie mal Mist gebaut haben: Sr. Quirina stellte sich nach Außen immer vor „ihre“ Kinder! „Nach innen war das ein ganz anderer Schnack, da mussten wir schon für unsere Dummheiten gerade stehen, das war aber auch okay!“, resümiert der heute 56jährige Heizungsbauer. Und seine jüngere Schwester weiß genau, „wenn es Probleme in der Schule oder der Ausbildung gab, dann schickte man einmal Quirina hin, und sie hat das geregelt!“.

Kinderdorfkinder oder Heimkinder? Ganz klare Sache!

Diese Bindung, diese Beziehung ist das, was Ehemalige am meisten geprägt hat. Sie kommen gut klar mit dem Begriff „Ehemalige“, viel schlimmer war es für sie als „Heimkinder“ abgestempelt worden zu sein. „Das war ein Schimpfwort, vor allem in der Schule haben wir das oft zu hören oder spüren bekommen. Dabei waren wir doch Kinderdorfkinder, das ist etwas ganz anderes!“ empören sich die Geschwister heute noch. „Wir sind stolz, im Kinderdorf aufgewachsen zu sein!“. Damals, vor rund 40 Jahren, kamen von den sechs Geschwistern vier in das Haus 5. Von da an lebten dort 13 Kinder und eine Kinderdorfmutter.

Heimat Kinderdorffamilie: Begleitet vom leiblichen Vater

„Eigentlich sollte ich und eins meiner Geschwister in verschiedene Pflegefamilien vermittelt werden, aber Kinderdorfleiterin Sr. Monika hat gesagt: entweder alle vier oder keiner! Eigentlich sind wir alle auch ihre Kinder – wir verdanken ihr alles!“ erzählt die heutige Diätassistentin. Und hier beginnt die Geschichte der Geschwister im Kinderdorf. Der Vater nahm dankbar das Angebot an, Teil der Familie zu sein, nachdem seine Frau verstarb und er mit so vielen kleinen Kindern allein war und sich an das Jugendamt wandte. Sr. Quirina erinnert sich gern: „Er gehörte einfach zu uns, baute den Schuppen und den Hühnerstall!“ Sieben Jahre nach dem Tod der Mutter stirbt auch er, ein schwerer Schicksalsschlag, doch Quirina und das Kinderdorf waren da.

Christliches Leben – christliches Arbeiten: Kinderdorf als christlicher Lebensraum

Der Grabstein der Mutter steht mittlerweile im Kinderdorf, die Schwestern ermöglichen einen Ort des Gedenkens, als das Grab eingeebnet wird. Aber ein noch wichtigerer Bezugspunkt ist die herzlichrüstige Kinderdorfmutter. Die sprudelnden Geschichten, wenn sie alle zusammenkommen, werden nur unterbrochen durch lautes Gelächter, kleine Sticheleien und vor allem durch Geschichten über Pater Tihomir. Dem Kinderdorfpfarrer verdanken sie wesentliche, christliche Grundlagen für ihr Leben, der Bezug zu ihm ist bis heute spürbar wichtig. Heute sind ihre Kinder für ihre Kinderdorfmutter da, viele wohnen in der Nähe und helfen, wo Hilfe im Kinderdorf gebraucht wird. Das Ponyreiten beim Erntedankfest verdankt das Kinderdorf den Geschwistern Hankus.

Der Kontakt zur Kinderdorfmutter bleibt für immer – das haben die Geschwister beschlossen

Zuletzt backte Lisa für zwei ihr unbekannte Kinderdorfkinder zur Konfirmation eine Torte, weil Sr. Quirina sie darum bat: „Wenn ihr das wichtig ist, dann ist mir das auch wichtig!“. Und schon steckten die Geschwister schon wieder die Köpfe zusammen und suchten nach einem Termin, an dem sie ihre Kinderdorfmutter mal wieder zu einem Ausflug abholen könnten. Die Kinderdorfmutter hat 55 Kinder groß – gezogen und noch zu allen Kontakt. Bald erwartet sie ihr 31. Enkelkind. Und doch nimmt sie sich für alle Zeit. „Das ist in einer Familie so!“ sind sich alle einig.

Autorin: Susanne Gonswa

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