Wenn Gemeinschaft großgeschrieben wird!

Wohlwollen, Partizipation und Kompromissbereitschaft – diese drei Zutaten braucht es, um das Miteinander, ob in Familie, Wohngemeinschaft oder auch bei uns im Kinderdorf, für alle kleinen und großen Menschen unter einem Dach überhaupt lebenswert zu machen. Dass GEMEINSCHAFT im Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville sprichwörtlich großgeschrieben wird, ist der nachhaltigen Arbeit des Kinder- und Jugendrats sowie der Kinderteams mitsamt aller Betreuungskräfte in den Wohngruppe zu verdanken.

GEMEINSCHAFT BRAUCHT HALTUNG
„Aufgabe des Kinder- und Jugendrates ist es, die Zusammenarbeit aller Bewohnenden und
Mitarbeitenden zu fördern, anstehende Probleme und Konflikte aufzugreifen und Lösungsvorschläge auszuarbeiten.“ So steht es zumindest im Partizipationskonzept unseres Kinderdorfs. Das 25-seitige Konzept ist unsere „Bibel“, nach der wir handeln und miteinander umgehen. In meiner Doppelfunktion als gewählter Vertrauenserzieher und Pädagogischer Fachdienst habe ich daher nicht nur bei unseren nachmittäglichen Angeboten für unsere Kinder und Jugendlichen ein Auge und ein Ohr übrig für einen wertschätzenden Umgang miteinander, sondern selbstverständlich auch dann, wenn es in den Wohngruppen mal hakt. Dann greift jedoch zu aller erst das Kinderteam. 

GEMEINSAM HINSCHAUEN, GEMEINSAM LÖSUNGEN FINDEN
Das Kinderteam ist – zumindest in der Theorie – das Herz eines jeden Hauses. Einmal aus dem Takt, braucht es alle Expertinnen und Experten die unter einem Dach leben, lachen, streiten und arbeiten, um das Miteinander wiederherzustellen. Daher schauen wir bei unseren monatlichen Sitzungen des KiDo-Rats erstmal danach, welche Themen in den Kinderteams der unterschiedlichen Wohngruppen gerade wichtig sind. Viele Stellschrauben im Miteinander lassen sich nämlich schon dann drehen, wenn alle Beteiligten das Zusammenleben evaluieren. Was läuft aktuell gut bei uns? Was läuft schlecht? Allein durch das Zusammentragen von Antworten auf diese zwei Fragen hat das Kinderteam in einem unserer Häuser erfolgreich eine Grundlage erarbeitet, die das Gemeinschaftsgefühl verbessert hat. Sollte sich ein Konflikt weder im Kinderteam noch mit den Bezugsbetreuenden und dem Beschwerdemanagement innerhalb des Kinderdorfs klären lassen, helfen externe Stellen – hier ist vor allem die von den Jugendämtern finanzierte Ombudsstelle zu nennen.

ENGAGEMENT, DAS WIRKUNG ZEIGT
Aktuell besteht unser Kinder- und Jugenddorfrat aus acht engagierten jungen Menschen ab 12 Jahren, die von den wahlberechtigten Kindern ab acht Jahren ihrer jeweiligen Wohngruppe gewählt wurden. Neben dem „guten Ton“ im Miteinander kümmert sich der KiDo-Rat auch um Ausstattung oder Regeln des Kinderdorfs. So konnte der KiDo-Rat erfolgreich bewirken, dass das bestehende Radfahrverbot auf der Skateranlage aufgehoben wurde.

Eine Nestschaukel wird es indes auf dem bestehenden Spielplatz nicht geben, da vorgegebene Abstände zu anderen Spielgeräten nicht eingehalten werden können. Aber auch hier haben wir gemeinsam mit der Kinderdorfleitung eine Lösung gefunden bald werden wir eine Hängematte bekommen, die das gemeinschaftliche „Chillen“ dann noch einfacher macht – Engagement im Miteinander zahlt sich eben immer aus!

Johann Banholzer, Pädagogischer Fachdienst und gewählter Vertrauenserzieher im Bethanien Kinderdorf Eltville 

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