Musikpädagogik im Kinderdorf

Musikschule im Kinderdorf als Mittelpunkt – Sabrina aus Bergisch Gladbach erzählt

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Mein Weg im Kinderdorf

Wie empfinden Kinder und Jugendliche das Leben im Kinderdorf? Einige Kinder und Jugendliche aus den Kinderdörfern haben uns ihre Geschichte erzählt. Dazu gehört die 21-jährige Sabrina aus Bergisch Gladbach. Die Musik bleibt für sie der Mittelpunkt im Kinderdorf.

Ich bin 21 Jahre alt und absolviere ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Kindergarten in Köln. Aufgewachsen bin ich aber meist im Kinderdorf in Bergisch Gladbach, neun Jahre lang war ich dort, erst in der Kinderdorffamilie von Sr. Agnes, dann bei Marianne in Haus 8.

Zum Schluss durfte ich in einer Trainingswohnung auf dem Gelände das selbstständige Wohnen üben, war aber noch ganz nah dran am Geschehen.



Musikschule im Kinderdorf als Mittelpunkt

Besonders gut getan hat mir in der Zeit das Angebot des Pädagogischen Freizeitdienstes (PÄF). Besonders bei der Musikschule war ich gern. Erst ging ich zum Keyboardunterricht im Kinderdorf, dann durfte ich bei unserem Musikpädagogen Gesangsunterricht ausprobieren. Das war gut und obwohl ich eher ruhig und schüchtern bin, half mir die Musik, meine Emotionen zu leben und Alltagsstress abzubauen. Es gab zwar viele Regeln aber ich kam damit gut klar.

 So war es in der Musikschule im Kinderdorf

Einmal die Woche ging ich zum Musikunterricht, zum Schluss konzentrierte ich mich auf den Gesang, Keyboard kann ich nur noch ein ganz kleines bisschen. Unser Musiklehrer ist streng gewesen und ich diskutiere gern. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, mich etwas zu trauen, meine Wünsche zu äußern oder auch meine Fehler zu akzeptieren. Wenn ich nicht immer ganz pünktlich war, hat er mir das durchgehen lassen, weil ich immer fleißig war und alle Hausaufgaben gemacht habe. Mir war immer wichtig, zuhause weiter zu üben. Die Liedtexte sind kompliziert und wenn abends keiner mehr im Gebäude war, habe ich auch gesungen. Wenn Pausen waren, wie in den langen Sommerferien, habe ich alleine mit meiner Schwester Jasmin weitergeübt, auch wenn dann manches nicht ging, wie Aufwärmen oder so. Gern habe ich auch geholfen, den Kinderchor zu organisieren: Da lernte ich, Verantwortung zu übernehmen und half bei der Organisation.

Die Band im Kinderdorf gibt mir Selbstvertrauen

Seit einem Jahr spiele ich in der Kinderdorfband, immer noch, weil wir einfach weiter üben, wenn auch kein Unterricht stattfindet.

Da bin ich die Frontsängerin und diskutiere jetzt mit den Jungs. Das ist manchmal ganz schön schlimm. Aber die Musik im Kinderdorf hat mich bestärkt, zu wissen, was ich kann. Und dass ich mich auch durchsetzen kann, vor allem auf der Bühne. Da bin ich selbstbewusst. Aber man braucht viel Disziplin und muss üben üben üben. Als ich mich erkältet habe und eine Kehlkopfentzündung bekam, dachte ich, jetzt ist es vorbei. Nur langsam komme ich wieder mit Liedern klar, die ich früher leicht singen konnte. Ich habe zwar Disziplin gelernt, muss aber noch Geduld üben.

 Musik im Kinderdorf bleibt!

Gern singe ich noch im Kinderdorf bei Veranstaltungen, wie beim Herbstfest oder im Erwachsenenchor mit,. Mal sehen, wie lange das noch geht. Aber eins ist klar: Ich will auf jeden Fall weiter Musik machen, auch ohne Kinderdorf. Und das lasse ich mir auch nicht nehmen, sonst diskutiere ich das einfach aus!

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