Besondere Berufe als Sozialpädagoge

Der Weg zur Kinderdorfmutter: Elisabeth Warmers

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Als Ehepaar zu Kinderdorfeltern

Als Elisabeth Warmers 2010 ihre Ausbildung im Kinderdorf begann, dachte die Erzieherin noch lange nicht daran, dass sie selbst einmal Kinderdorfmutter werden würde. Sechs Jahre verbrachte sie bei gleich zwei Kinderdorfmüttern, bis der Entschluss sich verfestigte, auch Kinderdorfmutter werden zu wollen. Gemeinsam mit ihrem Mann Daniel folgten viele Monate der Überlegung, Prüfung und natürlich auch der persönlichen Fragen. „Was, wenn wir selber Kinder bekommen?“, „Wie können wir unsere Privatsphäre auch als Paar erhalten?“ oder „Können unsere Freunde zu Besuch kommen und auch übernachten?“, all diese Fragen stellte sich die heute 27-Jährige mit ihrem Mann.

Herausforderung Großfamilie – Kinderdorffamilien haben viele Kinder

Früher konnte man selbst entscheiden, wie man den Nachmittag gestaltet, jetzt gehen Daniel und Elisabeth Warmers raus zum Spielen, machen Hausaufgaben oder bereiten das Abendbrot vor. „Am Anfang konnte ich gar nicht kochen, jetzt kann ich nur noch für Großfamilien Essen zubereiten“, lacht die fröhliche Münsteranerin. „Das habe ich alles in den Kinderdorffamilien gelernt!“

Und noch viel mehr. Sie fühlten sich gut vorbereitet, und doch ist es dann etwas Besonderes, wenn es wirklich losgeht. Elisabeth Warmers genießt es, Stabilität und Sicherheit zu geben, eine Familie eben. Der Alltag pendelt sich ein. Dank vieler Spender konnte das Haus nach mehrwöchiger Umbauphase eingerichtet werden und bekam die persönliche Handschrift der Eheleute. Schließlich ist es auch ihr Zuhause, sie teilen von nun an ihr Privatleben mit acht angenommenen Kindern und können sich schon jetzt nichts anderes mehr vorstellen.


Kinderdorfmutter mit Partner: Eine Umgewöhnung in der Partnerschaft

Inzwischen ist sie also selbst Kinderdorfmutter von acht Kindern. Wenn ihr Mann, ein gelernter Tischler, am frühen Nachmittag von der Arbeit kommt, ist das Haus schon voll. „Das war eine Umgewöhnung“ gibt Daniel Warmers zu. Doch die Kinder lassen ihm Zeit, anzukommen und in Ruhe zu essen. „Jeder Tag bringt etwas Neues, wir widmen ihn den Kindern und ihren Bedürfnissen und Ideen! Das geht gleich nach dem Mittagessen los.“

Bindung für das Leben: Das macht eine Kinderdorffamilie aus

Die Bindung zu den Kindern ist bereits stark, vor allem die Kleinen suchen ihre Nähe. Ehepaar Warmers schenkt jedem Kind vor allem abends ganz besonders viel Zeit zum Vorlesen oder für Abendrituale. „Da bin ich manchmal schon froh, dass wir zu zweit sind“, räumt Elisabeth Warmers ein. Von den sieben Kinderdorffamilien im Kinderdorf Bergisch Gladbach gibt es zwei Kinderdorfelternpaare. „Das hat uns sehr geholfen, dass schon jemand anderes Pionierarbeit geleistet und sich als Ehepaar dieser Aufgabe gestellt hat. Dass das klappt, hat uns Mut gemacht und wir gehen diesen Weg auch als Paar gemeinsam!“ Ehemann Daniel nickt bestärkend und die ersten Kinder krabbeln auf den Schoß und fragen: „Können wir denn jetzt Eis essen?“ und schon nimmt der Tag wieder eine ganz neue Wendung.

AutorSusanne Gonswa


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