Kinder mit Behinderung in der Jugendhilfe

Qualifizierte schulische Integrationsbegleitung: Das ist QSI

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Neues Jugendhilfeangebot für Kinder mit Beeinträchtigungen

Was ist QsI?

Inklusion im schulischen Kontext bemüht sich um die Integration und gemeinsame Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit körperlichen, geistigen oder auch emotional-sozialen Beeinträchtigungen im Regelschulsystem. Bei vielen Kindern gelingt dies im Zusammenspiel mit entsprechenden Förderlehrern und individualisierten Lehr- und Unterrichtsplänen. Bei einem kleinen Teil von Kindern gelingt dies jedoch nicht, jedenfalls nicht ohne zusätzliche qualifizierte Unterstützung.


Bethanien Kinderdorf Bergisch Gladbach entwickelt Konzept für Jugendämter

Für diese Kinder bat das Jugendamt Bergisch Gladbach das Kinderdorf, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln, damit die betroffenen Kinder nicht aus- oder umgeschult werden müssen, sondern „inklusiv“ mit den anderen Kindern ihrer Klasse weiter lernen können. Bisherige Erfahrungen mit „Schulbegleitern“ oder „Integrationshelfern“ haben gezeigt, dass eine einfache Begleitung durch eine weitere Person oft nur vordergründig Beruhigung und Entlastung schafft, solange diese Person selbst da ist. Wichtig ist jedoch eine nachhaltige Förderung für das Kind und seine es umgebenden Personen, zum Beispiel Eltern oder Lehrer, aufzubauen, damit die Hilfe in einem umschriebenen Zeitraum sich selbst überflüssig macht.

Pädagogen als Schulassistenz

Unsere Grundidee war daher von vornherein, ausschließlich mit ausgebildeten Fachkräften zu arbeiten und ein Konzept zu entwickeln, dass sich Nachhaltigkeit zum Ziel setzt. Als „Qualifizierte schulische Integrationsbegleitung“, abgekürzt QSI, startete dieses neue Jugendhilfeangebot des Bethanien Kinderdorfes ab November 2016.
QSI erfordert von den Akteuren eine hohe Fachkompetenz, sowohl bezüglich der Störungsbilder und Auffälligkeiten des zu begleitenden Kindes, als auch bezüglich der Beratung von Lehrern und Eltern. Das „Pädagogische Programm der Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik (www.ETEP.org)“ unterstützt dabei, realistisch machbare Entwicklungsschritte beim Kind zu definieren und die Dauer der schulischen Integrationsassistenz am Tag und die Gesamtdauer möglichst gering zu halten und stetig daran zu arbeiten, dass die Beeinträchtigung der Teilhabe gemindert oder aufgehoben wird.

Integrationsassistenz aus dem Kinderdorf

Inzwischen arbeiten neun Kolleginnen und Kollegen mit zehn Kindern an sechs verschiedenen Schulen in Bergisch Gladbach und Umgebung mit knapp über 200 Wochenstunden. Sie fühlen sich immer noch in der Pionierphase und entwickeln sich stetig weiter. Eine große Freude sind dabei die vielen positiven Rückmeldungen von Eltern, Schulen und den Jugendämtern, nicht zuletzt von den Schülern selbst.

Bruno Flock, Erziehungsleiter Bergisch Gladbach

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