Kinderdorfeltern

Als Kinderdorfmutter und Kinderdorfvater im Kinderdorf: Kinderdorfeltern

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Interview mit einer Kinderdorfmutter und einem Kinderdorfvater

Katja und Christian Blumberg sind seit 2013 Kinderdorfmutter und Kinderdorfvater im Bethanien Kinderdorf.
Sie ist gelernte Erzieherin und hat die praktischen Teile ihrer Ausbildung im Kinderdorf absolviert.
Christian Blumberg ist Handelsfachwirt und arbeitet in Köln. In ihrer Kinderdorffamilie im Haus 3 leben derzeit sechs Kinder im Alter zwischen sechs uns zwölf Jahren.

Wie kamen Sie dazu, sich für ein Leben als Kinderdorfmutter und Kinderdorfvater hier im Bethanien Kinderdorf in Bergisch Gladbach zu entscheiden?

Katja Blumberg: Ich habe mein berufspraktisches Jahr bei Schwester Agnes gemacht, mir hat vom ersten Augenblick an die Herzlichkeit hier sehr gefallen. Außerdem finde ich das Konzept des Kinderdorfes sehr gut. Dass wir hier miteinander leben und nicht nur arbeiten. Schwester Agnes ist Meisterin darin, die Menschen einzubinden, so auch meinen Mann, der immer willkommen war.

Was ist für Sie als Kinderdorfeltern der Vorteil von einem Leben im Kinderdorf?

Katja Blumberg: Ich muss morgens nicht erst zur Arbeit fahren, ich bin schon da, kann mir meinen Tag so einteilen, wie ich es möchte. Als Kinderdorffamilie haben wir die Freiheit, so zu leben, wie wir es mit unseren Kindern für richtig empfinden.

Christian Blumberg: Auch die soziale Absicherung meiner Frau ist gut, wir haben ein eingerichtetes Haus. Im Kinderdorf wird großer Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeiter sich wohlfühlen.

Gibt es für Sie auch Nachteile im Leben als Kinderdorffamilie?

Katja Blumberg: Dass wir am Anfang lernen mussten, privat und öffentlich zu trennen. Wenn ich mich mal eine halbe Stunde hinlege, weil ich müde bin, weiß das das ganze Kinderdorf. Das gehört auch zum Leben in der Kinderdorffamilie dazu.

Christian Blumberg: Ganz klar, dass man nie wirklich privat ist. Wenn ich mir mit Schnupfennase in der Küche einen Tee mache, dann sind da Mitarbeiter, die mich so sehen. Das musste ich als Kinderdorfvater erst akzeptieren lernen.

Kinderdorfeltern und Kinderdorfmutter im Kinderdorf sein
Kinderdorfvater Ausbildung

Wie schaffen Sie es als Kinderdorfeltern auch Zeit für das Leben als Ehepaar zu finden?

Katja Blumberg: Ganz klar in unseren Urlauben. Das können unsere Freunde, die eigene Kinder haben, nicht. Wenn die Kinder klein sind, ist es normalerweise nicht möglich, sich als Paar zwei Wochen Urlaub nur für sich zu gönnen. Das geht hier im Kinderdorf. Dann werden wir durch unsere tollen Mitarbeiter vertreten.

Christian Blumberg: Allerdings ist es natürlich auch so, dass man private Dinge wie einen freien Tag immer einen Monat im Voraus absprechen muss. Dann wird der Dienstplan geschrieben.

Wie hat das Leben als Kinderdorfmutter und Kinderdorfvater im Kinderdorf ihre privaten Beziehungen verändert?

Katja Blumberg: Feste wie Weihnachten oder Ostern finden bei uns statt. Wir haben den meisten Platz. Meine Schwester hat auch Kinder, mit ihr waren wir auch schon mit allen Kindern gemeinsam im Urlaub.

Sie sind jetzt sechs Jahre als Kinderdorfeltern im Kinderdorf. Was würden Sie für ein Fazit ziehen?

Christian Blumberg: Wir würden die Entscheidung, Kinderdorfeltern zu werden, nach allen Höhen und Tiefen immer wieder treffen, weil es unser Leben sehr bereichert, die Kinder auf ihrem Weg – mal kürzer mal länger – zu begleiten. Die Kinder stehen immer im Fokus. Dadurch nutzen wir die Zeit, die wir als Paar haben, ganz anders, nämlich intensiver.

Daniela Fobbe-Klemm hat das Interview geführt

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