Musikpädagogik Studium

Musikpädagogik: Ehemalige erzählen

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„Noten“ – Marina Toenges erzählt wie die Musikpädagogik ihre Jugend beeinflusst hat

Maria Toenges ist im Kinderdorf aufgewachsen. Als Ehemalige erzählt sie zum 30. Jubiläum der Kinderdorfband La Taste, wie Musik ihre Kindheit und Jugend beeinflusst hat.

„Noten – Viele denken dabei unweigerlich an Schule – Ich nicht. Meine Gedanken schweben in Richtung Leichtigkeit, frei zu sein, Lebensgefühl und ganz besonders in Richtung des Lachens.

Es begann 1989… irgendein Verrückter, ich nehme an, ein Pädagoge, kam auf die Idee, ein paar Kinder in einen Bus zu setzen, mit ihnen nach St. Vieth zu fahren und da Musik zu machen. Irgendein anderer Pädagoge, wahrscheinlich auch verrückt, sagte dann „Ich bin dabei“ und fuhr mit in eine Doppelgarage an den Ars…  äh an das Ende der Welt. Eben dahin, wo man eh nichts anderes machen kann, als zu musizieren.
Welch grandiose Idee – zum Glück gab es damals genug verrückte Pädagogen im Kinderdorf, denn sonst wäre La Taste wohl nie geboren.
Wir Kinder dengelten also mehr oder weniger gut in dieser Doppelgarage auf unseren Instrumenten herum und auf einmal, so nach einem Tag, entstand tatsächlich etwas wie eine gemeinsame Musik. Was für ein erhebendes Gefühl. Das ist eine Sprache ohne Worte. Es gibt nichts Besseres.

Musikpädagogik ist selbstbestimmt

Ich wollte, nein eigentlich musste ich unbedingt Schlagzeug spielen lernen. Aber Ida, meine Kinderdorfmutter, wollte lieber, dass ich ein „richtiges Instrument“ spiele, also entschied ich mich fürs Klavier. Ganz ehrlich, ich hätte damals auch Sackpfeife gelernt, wenn mich das näher an ein Schlagzeug gebracht hätte.  Bei Wolli in der Klavierstunde angemeldet, hat es eine ganze Weile gedauert, bis er gemerkt hat, dass ich gar keine Noten lesen kann, denn nach zwei oder drei Mal vorspielen, konnte ich die Stücke einfach nachspielen. Ich muss immer noch lachen, wenn ich an Wollis Gesicht denke, als er das geschnallt hatte. Ich lernte eben einfach ein bisschen anders.

Foto: Pixabay

Und dann durfte ich endlich Schlagzeug spielen. Auch hier fühlte ich die Musik mehr, als dass ich sie vom Blatt ablas. Musik ist, zu spielen, nur eben mit Rhythmus, mit Nuancen, mit Takten, mit Gefühlen. Man wird Eins mit sich selbst und kann das ausdrücken, was man nicht in Worte fassen kann. Musik verbindet mich mit mir selbst und lässt es zu, Gedanken und Gefühle zu verarbeiten, die mir sonst Seelenknubbel bereiten würden.

Ich danke Dir Wolli – und den verrückten Pädagogen – für Deine Geduld und dass Du es möglich gemacht hast, die Musik so zu mir zu lassen, wie ich sie brauchte. Dein Klavierlehrerherz hat sicher gelitten unter mir bzw. meinen Notenlesekünsten.

Ich danke Dir auch dafür, dass Du mir den Zugang zur Musik ermöglicht hast. Dass Du so geduldig mit mir warst. Dass Du da warst. Dass Du uns alle zusammengebracht hast. Du hast immer einen Platz in meinem Herzen.“

Marina Toennges ist heute 43 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer fünfjährigen Tochter Zoe auf einem kleinen Bauernhof in Geldern. Sie ist Teamleiterin bei der Firma Bofrost und hat ihre Begabung und ihre Liebe zur Musik an ihre Tochter weitergegeben.

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