Kinderdorfmutter mit heilpädagogischem Schwerpunkt

Heilpädagogik in der Kinderdorffamilie

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Alltag in einer heilpädagogischen Kinderdorffamilie

Es ist 16 Uhr. Drei Kinder unserer Kinderdorffamilie kommen aus der Schule und sind zunächst einmal voller Mitteilungsbedürfnis. Klara erzählt vom neuen Talker eines Schulkameraden, Frank berichtet stolz, dass er heute seinen Frühstückswunsch gut gebärden konnte und Maria ist ärgerlich, weil sie eine von zehn Teachkarten nicht richtig einordnen konnte.

Als Kinderdorfmutter leben und als Heilpädagogin wirken

Alles verstanden? Die Kinder, die hier von ihren Schulerlebnissen berichten, sind elf- und zwölfjährige Kinder mit einer geistigen Behinderung. Frank ist zudem körperbehindert. Hat das Einfluss auf unseren Alltag? Diese Frage beantworten wir mal mit „ja“ und „nein“.

Ja, wir leben den normalen Alltag mit allen schönen und manchmal anstrengenden Seiten. Alle haben wir Rechte und Pflichten, alle zusammen sind wir eine Kinderdorffamilie. Da wird gelacht und und gestritten, genervt und zusammen gespielt.

Kinderdorffamilien mit heilpädagogischem Schwerpunkt: Wenn Transport eine Herausforderung wird

Und doch ist einiges anders als in anderen Kinderdorffamilien. In unserem Haus kann der Besucher über die Treppen oder über eine Rampe kommen. Die benötigen wir für Franks Rollstuhl. Er braucht ihn immer dann, wenn er einen längeren Fußweg vor sich hat. Nach einer Operation war er sogar mehrere Wochen völlig auf ihn angewiesen. Das hat zur Folge, dass wir bei jedem Ausflug ein Auto benötigen, in das der Rollstuhl hineinpasst. Und dort, wo wir uns aufhalten wollten, sollte das Gelände möglichst rollstuhlgerecht sein. Und bei längeren Touren muss das Auto zusätzlich für zwei Sitzhilfen geeignet sein.

Auch das ist in unserer Kinderdorffamilie normal

Obwohl das jüngste Kind unserer Kinderdorffamilie acht Jahre alt ist, gibt es in unserem Haus Windeln und seit Neustem auch einen Wickel- und Pflegetisch. Wir sind beim Waschen und Duschen dabei, besorgen bzw. unterstützen die Körperpflege. Dieses wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass jeden Abend ein Erwachsener Frank die Nachtschiene anlegen wird und am Morgen die Tagesorthe anbringt. Und dabei auch gleich nachsieht, ob Druckstellen vorhanden sind.

Wenn wir uns unterhalten, sind die Sätze kurz und klar aufgebaut. Wenn wir Gesellschaftsspiele machen, entsprechen dieses zum Teil der Zuordnung für Kindergartenkinder. Und, und, und…

Leben wie Integration oder Inklusion? Entscheiden Sie selbst.

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