Ehemaligenarbeit in der Kinderdorffamilie

Nach dem Kinderdorf: Immer noch eine Kinderdorffamilie

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Für immer Teil einer Kinderdorffamilie: „Was heißt hier Ehemalige?“

„Wenn Ehemalige dafür steht, dass ich früher im Kinderdorf gelebt habe, ja, dann bin ich eine Ehemalige.“ So die Aussage von Elisabet, heute 37 Jahre alt, die 13 Jahre in einer Kinderdorffamilie gelebt hat. Und sie ergänzt: „Aber sonst bin ich auch heute noch ein Kinderdorfkind.“ So oder ähnlich reagieren viele Ehemalige, mit denen ich sprach.

Exemplarisch dafür steht das Gespräch mit Mireille und Christian, die beide von sich sagen:

„Wir sind aus dem Kinderdorf und dort ist unsere Familie.“

Kinderdorfmutter mit Partner

Mireille (39) und Christian (40), wann habt ihr jeweils im Kinderdorf gelebt? 

Mireille: Ich bin im Juni 1992 mit vier jüngeren Geschwistern ins Kinderdorf gekommen. Unsere Kinderdorfmutter fing gerade an, ich war mit 12 Jahren auch die Älteste. Ich habe bis zum Auszug 2002 immer in der gleichen Kinderdorffamilie gelebt. Das war mein Zuhause.

Christian: Ich bin 1984 mit drei Geschwistern ins Kinderdorf gekommen. Ausgezogen bin ich 1995, damals aus verschiedenen Gründen und zur Verselbstständigung zuerst in einer andere Einrichtung. Ich war auch in einer Kinderdorffamilie. Allerdings hatte ich 1991 einen Wechsel bei meiner Kinderdorfmutter, weil meine erste Kinderdorfmutter in den Orden eingetreten ist.

Wie sah seitdem euer Kontakt zum Kinderdorf aus? 

Christian: Wir haben beide den Kontakt zum Kinderdorf nie abgebrochen. Dazu gehören unsere Kinderdorfmütter Sr. Agnes, Sr. Judith und Marlene, unsere leiblichen Geschwister, aber auch unsere Kinderdorfgeschwister. Und die Schwestern und die Leute, die sonst noch im Kinderdorf arbeiten.

Mireille: Von meiner Kinderdorffamilie haben wir eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe. Darin sind die Ehemaligen. die engeren Kontakt haben. Wir treffen uns zu besonderen Sachen. Und immer mal wieder zwischendurch, weil wir Lust dazu haben oder uns gegenseitig helfen.

Ihr habt in diesem Sommer in der Kinderdorfkapelle geheiratet. Warum dort?

Mireille: Wir haben drei Jahre gemeinsam im Kinderdorf gelebt und uns dann aus den Augen verloren. Später haben wir uns dann beim Ehemaligentreffen wiedergesehen. Seit 2012 sind wir standesamtlich verheiratet, aber wir hatten auch den Wunsch, in der Kirche zu heiraten. Aber nicht bei uns in der Kirche, sondern in der Kapelle vom Kinderdorf. Dort haben wir unseren katholischen Glauben eigentlich erst richtig kennengelernt. Weil Sr. Judith und Sr. Agnes in anderen Konventen wohnen, hat Marlene mit uns alles vorbereitet. Der Preister war Pater Manuel, den wir beide schon lange kennen. Und gefeiert haben wir mit ganz vielen aus dem Kinderdorf.

 

Was war euch besonders wichtig?

Mireille: Uns war unsere Zeit im Kinderdorf immer wichtig. Wie ja andere Kinder, wenn sie erwachsen sind, ausziehen, so haben wir das auch gemacht. Aber deswegen trennt man sich ja nicht von seiner Familie.

 

Marlene Altevers

Kinderdorfmutter bei der Hochzeit

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