Fernsehnonne mit Kind: Schwester Jordana

Kinderdorfmutter und Dominikanerin – Schwester Jordana

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Als Schwester Kinderdorfmutter: Schwester Jordana erzählt über ihre zwei Berufungen

Als die Bethanien Kinderdörfer vor mehr als 60 Jahren durch die Dominikanerinnen von Bethanien in Deutschland gegründet wurden, übernahmen die Schwestern die Aufgabe der Kinderdorfmutter. Heute folgen nur noch wenige Schwestern der besonderen Berufung: Schwester Jordana ist eine davon – als Dominikanerin von Bethanien lebt sie heute als Kinderdorfmutter. Ein Spagat zwischen Ordensleben und Familie, den die Bethanierin toll meistert.

Ich bin Schwester und Kinderdorfmutter. Bin ich da noch „richtige“ Schwester, wo ich doch kaum in der Kirche zu den Gebetszeiten zu finden bin und nur einmal in der Woche in meinem Konvent schlafe? Was macht mein Schwesternsein aus? Das Gemeinschaftsleben? Ja, aber in welcher Form? Das Gebetsleben natürlich, aber wie? Dies treibt mich innerlich immer wieder um und hat die ersten Jahre meiner Kinderdorffamilienzeit geprägt. Inzwischen bin ich mir sicher, dass ich mit gutem Gewissen Schwester Jordana sein darf … eben in dieser Phase etwas anders.

Dominikanerin und Kinderdorfmutter im Habit Schwester Jordana

„Als Kinderdorfmutter und Schwester habe ich zwei Versprechen abgegeben“, sagt Sr. Jordana

Neben dem Versprechen zur Hingabe an Gott und an die Gemeinschaft habe ich, im Einverständnis mit der Kongregation, die Aufgabe der Kinderdorfmutter übernommen und den Kindern, die bei mir leben, das Versprechen gegeben, mit all meinem Sein für sie da zu sein. Gerade bei den sehr jungen Kindern (das Jüngste kam gerade vier Tage nach der Geburt) bedeutet dies: Anwesenheit, Dasein. Und ich bin überzeugt, dass ich durch das Alltagsleben mit den Kindern immer wieder auch Inspiration für unser Leben als Dominikanerinnen sein kann. Gott ist auch zwischen den Kochtöpfen, sagt Teresa von Avila – Gott ist in meinem gemeinsamen Leben mit den Kindern – und das in ganz intensiver Weise, so meine Erfahrung. Nie war ich in meinem Leben mit meinem ganzen Sein so intensiv gefordert, wie im ständigen Miteinander mit diesen Kindern, die so dringend jemanden brauchen, der ihnen vermittelt: ich bin verlässlich für dich da. So wie ich es von Gott erfahren habe.

Die Schwesterngemeinschaft als Teil der Kinderdorffamilie

Die Schwestern meines Konventes sind ein selbstverständlicher Teil meiner Kinderdorffamilie: die Kinder sind im Konvent willkommen, die Schwestern hier bei uns im Haus. Und noch finden die Kinder es nicht seltsam, wenn ich in meinem Ordenskleid mit ihnen unterwegs bin – was nur selten vorkommt, also dass ich dies im Ordenskleid tue. Und wenn sie mir sagen, dass die vergessenen Ostereier an unserem Hortensienbusch uns doch das ganze Jahr an Ostern und an Auferstehung erinnern, dann kommentieren meine MitarbeiterInnen lächelnd: „Es sind halt „deine“ Kinder!“.

Sr. Jordana, Schwalmtal-Waldniel

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