Vertrauensbildene Maßnahmen in der Jugendhilfe

Beziehungsarbeit in der Schichtdienstgruppe

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Vertrauen im Schichtdienst in der Jugendhilfe

Verlässlichkeit ist das A und O

In unserem familiären Wohngruppen arbeitet ein ganzes Team aus Pädagogen im Schichtdienst zusammen. Hier leben in der Regel acht bis neun Kinder zwischen sechs und 18 Jahren. Dass die Kinder hier allen Erziehern vertrauen können, ist uns sehr wichtig. Vor allem, weil jede Nacht ein anderer Erzieher des Teams für die Kinder da ist.

Wie es im Schichtdienst gelingt, das Vertrauen wachsen zu lassen? 

„Wenn ein neues Kind in die Gruppe einzieht, dann helfen alle mit, damit sich das Kind wohlfühlt“, erzählt Gruppenleiterin Katrin Schwandtner. „Die Kinder malen Herzlich-Willkommen-Schilder, wir beziehen das Bett und stellen ein Kuscheltier bereit.“ Natürlich sind vor allem die ersten Nächte dennoch schwierig. „Oft reicht es hier schon, einfach da zu sein. Wenn ein Kind nicht einschlafen kann, dann bleiben wir an dessen Seite, hören zu und trösten.“

Das Vertrauen wächst aber erst über die Zeit. Die Wohngruppe vermittelt den Kinden Verlässlichkeit. Alle halten sich an dieselben Regeln, es gibt einen geregelten Tagesablauf und eine klare Kommunikation. „Wenn sich mir ein Kind anvertraut, dann sage ich ganz klar, mit wem ich diese Informationen teilen muss. Wenn ich das hinter dem Rücken der Kinder tun würde, würde ich ihr Vertrauen missbrauchen.“

Bindungsarbeit Jugendhilfe

Das sagen unsere Kinder und Erwachsene zum Thema „Vertrauen“ in der Schichtdienstgruppe: 

Stephanie Kursawa, Erzieherin: „Wir nehmen die Kinder und ihre Probleme ernst, zeigen Verständnis und suchen gemeinsam mit ihnen nach Lösungen.“

Lara, 12 Jahre: „Wenn ich mit den Erziehern über ein Problem spreche, dann sagen sie mir, mit wem sie darüber sprechen und machen es einfach.“

Katrin Schwandtner, Gruppenleitung: „Verlässlichkeit ist für unsere Kinder besonders wichtig. Das, was man sagt, das muss man auch einhalten.“

Hayat, 13 Jahre: „Ich kann allen Erziehern vertrauen. Ich habe sie einfach alle gut kennengelernt seit ich mit acht Jahren ins Kinderdorf gekommen bin. Wenn sie sich über mich lustig machen würden, wenn ich ihnen etwas erzähle, das mir wichtig ist, dann würde ich ihnen nichts mehr sagen und das wissen sie auch.“

Laura Werner, Erzieherin: „Wir drängen die Kinder nicht, machen aber klar, dass wir immer für sie da sind.“

Cagla, 16 Jahre: „Vor allem einer Erzieherin vertraue ich sehr, weil ich sie schon so lange kenne. Sie war bereits da, als ich mit sieben ins Kinderdorf gekommen bin. Aber ich vertraue all unseren Erziehern.“

Ann-Cathrin Müller, Praktikantin: „Es ist besonders wichtig, ruhig zu reagieren und Verständnis zu zeigen, wenn es für die Kinder schwierige Situationen gibt.“

Anna Leister

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